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Menschen

Leben und Erleben – ein Jahr in Wickersdorf

Seite 16 im Heft 3 Minuten Lesezeit

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Ich treffe mich an einem sonnigen Sonntag mit Paul, er ist in seinem Zimmer und trainiert am Motomed.

Hallo Paul, wie geht es dir? Mir geht’s ganz gut, ich freu mich auf meinen Besuch nachher und auf den Karaokenachmittag.

Du lebst nun seit fast genau einem Jahr hier bei uns in Wickersdorf. Mit welcher Erwartung bist du damals hier angekommen und wie hat sich diese bestätigt? Ich kenne Wickersdorf schon von früher, mein Opa war mal mit mir hier zu einer Veranstaltung. Damals konnte ich mir ein Leben hier noch nicht so gut vorstellen. Als ich dann aber nach meiner Zeit bei FazMed doch einen Platz hier gefunden habe, bin ich mit einem guten Gefühl gestartet. Und dieses hat sich auch bestätigt. Mir geht es gut hier und ich habe bereits einiges erlebt.

Welche Erlebnisse sind dir denn besonders in Erinnerung geblieben? Als wir schwimmen waren am Ölschnitzsee – aber das weißt du doch! Und dann war ich mit einer Mitbewohnerin und zwei Mitarbeitern beim Sportfreunde Stiller-Konzert, das war cool, sag ich dir, obwohl es geregnet hatte.

Das Rosenhaus und die Mitarbeiter bemühen sich ganz viel, mit uns zu unternehmen. Wir waren auch schon im Tropenhaus in Tettau oder auf dem Rummel in Rudolstadt. Zum Sommerfest durfte ich dann sogar die Programmpunkte ansagen!

Aber nicht nur das, auch die täglichen oder wöchentlichen Veranstaltungen hier sind schön. Wir starten die Woche immer mit dem Wochenbeginn und sprechen alles durch. Dann gibt es den Cafeteriaabend, Videoabend, Gottesdienste, den Abendkreis im Haus und das alles.

Gefällt es dir hier immer noch wie am Anfang? Auf jeden Fall! Ich kann hier meine Musik machen und werde dabei unterstützt – ich hatte sogar wieder einige Auftritte. Insgesamt fühle ich mich hier gut integriert und wertgeschätzt und habe schon viele Freundschaften schließen können.

Die Mitarbeiter vom Rosenhaus haben gemeinsam mit meinem Bruder dafür gekämpft, dass ich einen elektrischen Rollstuhl bekomme. Seitdem ich den habe, kann ich im Dorf selbstständig spazieren fahren oder einfach mal die Natur genießen.

Ich weiß die Arbeit der Mitarbeiter zu schätzen und hoffe, ich zeige ihnen das auch, auch wenn ich manchmal nicht so gute Tage habe.

Möchtest du den Lesern der Glocke noch etwas mit auf den Weg geben? „Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“

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