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Zum Auftakt

Vorwort

Von Martin Pietraß Seite 5 im Heft 3 Minuten Lesezeit

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„Älter werden ist immer eine Premiere“, sagte einmal Herman van Veen. Klingt erst mal ganz pfiffig. Aber was bedeutet es für Menschen mit Assistenzbedarf, für Menschen mit seelischen oder geistigen Behinderungen? Welche Empfindungen haben sie, wenn sie spüren, alt zu werden, immer mehr Hilfe zu benötigen und nicht mehr zur Arbeit in die vertrauten Werkstätten gehen zu können?

Wünschen sie sich überhaupt solche „Premieren“ oder möchten sie, dass alles möglichst so verlässlich bleibt, wie es ist? Dieses Dilemma beschäftigt auch andere: „Wir brauchen eine neue Alters-Kultur für Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung!“, schreibt Mario Kulisch in der Zeitschrift „Wörter im Wind“.

Wenn dann schon kein Treffen mehr in den Werkstätten stattfindet, dann möchte man doch bestimmt gern am vertrauten Lebensort bleiben. Möchte bei Spaziergängen bekannte Menschen treffen. Möchte im Haus mit ein paar Menschen zusammen sein, die man von früher kennt, mit denen man gemeinsame Erlebnisse teilt. Dafür braucht es geeignete Wohnformen, wo auch alterstypische Pflegeleistungen erbracht werden – bis hin zur Betreuung bei beginnender Demenz.

Genau aufgrund solcher Überlegungen haben wir von der Stiftung Lebensgemeinschaft Wickersdorf 2017 die Chance genutzt, in Zusammenarbeit mit der Helga Jacobeit Stiftung die Immobilie Wickersdorf 34 zu erwerben. Das Ziel, dort ein geeignetes Gebäudeensemble zu entwickeln, hat sich bis heute leider noch immer nicht verwirklicht.

Über die „Mühen der Ebene“ bei der Umsetzung wurde verschiedentlich schon hoffnungsvoll geschrieben. Wozu der inzwischen schon gut gewachsene Sonderfonds letztlich dienen soll, wird in dieser Glocke berichtet (siehe auch den Beitrag „Gemeinsam gestalten“).

Zu den konkreten Fortschritten beim Angehörigentreffen am 28.1.2023 zählen:

  • dass die verbesserten Baupläne nur noch Einzelzimmer vorsehen,
  • dass dem Wunsch nach einem altersgerechten Pflegebad entsprochen wurde,
  • dass es mit vereinten Kräften gelingen könnte, Wido 34 zu finanzieren,
  • dass der dazu geschaffene Sonderfonds einen unverzichtbaren Beitrag leistet,
  • dass in dessen Satzung die Hinweise des Finanzamtes Gera eingeflossen sind.

Eine große Ermutigung in der Diskussion waren die sowohl sachkundigen als auch emotionalen Redebeiträge von Haiko Jakob, bis hin zu seiner ganz privaten Unterstützung des Vorhabens.

Man konnte deutlicher denn je spüren: Die Helga Jacobeit Stiftung möchte dieses Projekt mit Unterstützung von Förderkreis und Stiftung LGW stemmen, trotz vieler dringender Akutprojekte in der Lebensgemeinschaft.

So spürten wir schlussendlich in Wickersdorf wieder neue Luft unter den Flügeln unseres Herzensprojektes Wido 34. Allen voran die große Hoffnung, dass es gelingen wird, dieses besondere Vorhaben für Wohnen-Betreuen-Pflegen in guter Gemeinschaft noch in diesem Jahr zu beginnen und bis 2025 zu verwirklichen.

Text: Martin Pietraß

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