Aus der Gemeinschaft
Was ist eigentlich Kunsttherapie?
Mein Name ist Anke Gzik und ich arbeite in der Lebensgemeinschaft Wickersdorf als Kunsttherapeutin.
Der eine oder andere fragt sich sicherlich: Was ist das eigentlich, Kunsttherapie? Ich versuche, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.
Die Kunsttherapie geht davon aus, dass das Gestalten ein Grundbedürfnis des Menschen ist. Im kreativen Prozess werden Kräfte freigesetzt, die im Malenden seelische Blockierungen lösen oder den Heilungsprozess nach körperlichen Krankheiten unterstützen können.
Die Kunsttherapie möchte Patienten helfen, über das Bild einen Weg zu finden, nonverbal zu kommunizieren. Seelische Prozesse und Fantasien drücken sich im Bild oft umfassender und leichter aus als durch das Wort. In seinen Gestaltungen drückt der Malende unwillkürlich und unbewusst seine Fragen, Probleme, auch sein Potenzial und seine Lösungsmöglichkeiten aus.
Kunsttherapie setzt bei den Ressourcen, den gesunden Kräften der Patienten an. Sie nimmt an, dass die Kreativität einem Bereich im Menschen entstammt, der von der Krankheit nicht erfasst werden kann und damit eine immerwährende Kraftquelle ist.
Anhand von einigen Techniken der Kunsttherapie erkläre ich deren Wirkung. Klecksografie und Monotypie (Glasplatte) sind expressiv und ungegenständlich. Diese Techniken nehmen die Hemmungen vor dem weißen Blatt. Die Angst wird überwunden, dass einem nichts einfällt, und die Fantasie hat eine erste Anknüpfung. Beim Weitermalen an Bildern aus Zufallstechniken entstehen ungesteuert Formen und Figuren. Die eigene Fantasie wird geweckt, man überrascht sich selbst und Freude entsteht am eigenen Werk. Diese Methode ist für nervöse und unruhige Menschen geeignet.
Durch das Zeichnen der Lemniskate kann Orientierungs- und Konzentrationsstörungen entgegengewirkt werden, durch die bewusste Gestaltung der Linie und rhythmischen Ordnungen der Bewegungen. Es können auch Verkrampfungen und Stauungszustände gelöst werden.
Beim Malen zur Musik versetzt man sich in Stimmungen hinein. Musik beeinflusst beim Malen die Gefühle und demzufolge auch die Malimpulse.
Bei Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Wünsche verbal zu äußern, werden Kommunikationsübungen durchgeführt. Es findet ein Dialog über bildnerische Auseinandersetzungen statt. Eine Aufgabe wird zu einem Thema gestellt, oder allein durch die Regeln des Übungsverlaufs und die Materialvorgabe wird eine Auseinandersetzung angeregt, die automatisch zur Kommunikation führt.
Das Fazit lautet also: Malen ist gesund! Malt euch eure Welt, wie sie euch gefällt!
Text: Anke Gzik
In Leichter Sprache
Ich heiße Anke Gzik.
Ich bin Kunst-Therapeutin.
Was ist Kunst-Therapie?
Beim Malen werden Kräfte frei.
Sie können helfen, wieder gesund zu werden.
Die Kunst-Therapie hilft Menschen, mit Bildern zu sprechen.
Bilder zeigen oft mehr Gefühle und Fantasien als Worte.
Wer malt, zeigt im Bild seine Fragen, Probleme und Lösungen, ohne es zu merken.
Einige Techniken der Kunst-Therapie:
Klecksografie und Monotypie lösen Hemmungen.
Die Angst wird überwunden und die Fantasie hat einen ersten Anfang.
Beim Malen mit Zufalls-Techniken entstehen ungeplante Formen und Figuren.
Man wird überrascht und hat Freude am eigenen Werk.
Diese Methode ist ideal für nervöse und unruhige Menschen.
Musik beeinflusst die Gefühle und das Malen.
Wenn Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Wünsche zu sagen, machen wir Übungen.
Das Fazit ist: Malen macht gesund!
Malt eure Welt so, wie sie euch gefällt!
