Aus der Gemeinschaft
20 Jahre Förderstiftung Lebensgemeinschaft Wickersdorf
„Gegenwart und Zukunft“
Vor 20 Jahren haben sich Mitglieder des Förderkreises der Lebensgemeinschaft Wickersdorf entschlossen, die Lebensgemeinschaft durch Gründung einer Stiftung langfristig und bei umfangreicheren Projekten zu fördern. Sie verstanden sich damit als Teil der Lebensgemeinschaft. Dieser Begriff bezeichnet nicht nur das Miteinander von Bewohnern, Mitarbeitern und Angehörigen der in Wickersdorf wohnenden Menschen, er ist auch Aufgabe und Programm.
Die LG als Gemeinschaftsaufgabe von Mitarbeitern, den Bewohnern der LG und den betroffenen Angehörigen wurde, seit Haiko Jakob die Leitung übernommen hat, in verstärktem Ausmaß wirklich gelebt. Ich möchte nur vier Aufgaben nennen, die gemeinsam erfüllt werden:
- die gemeinsam herausgegebene Glocke,
- besonders aber das gemeinsame Bemühen um die Errichtung eines Hauses, in dem verbesserte Bedingungen für Pflege gegeben sind – das Ginkgohaus, dessen Grundsteinlegung wir gerade gefeiert haben,
- die Vorstandsmitglieder von Stiftung und Förderkreis werden zu den Kuratoriumssitzungen eingeladen,
- eine weitere gemeinschaftliche Aufgabe ist die Beteiligung von Vorstandsmitgliedern von Förderkreis und Stiftung bei Besprechungen von sog. „Problemfällen“ im Rahmen einer Konflikt-Konferenz.
Gemeinsam bemühen wir uns nun schon viele Jahre um das neue Haus, aber auch um die Neugestaltung der Außenanlagen (s. Suche nach Pflanzpaten durch Herrn Martin Pietraß in den letzten Ausgaben der Glocke). Wo stehen wir heute, was sind in naher Zukunft unsere dringendsten Probleme?
Zentrale Herausforderungen bieten die Personalsituation der Lebensgemeinschaft und die koordinierte Nutzung von Pflegegeld und Eingliederungshilfe. Hierbei hat der Gesetzgeber durchaus Hürden eingebaut, mit denen wir kreativ umgehen müssen. Natürlich sind dies keine primären Aufgaben von Förderkreis und Förderstiftung, aber wir können die Leitung der LG bei der Planung und mitunter auch bei der Entwicklung von Lösungen unterstützen.
Bei der Gewinnung von gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen können wir auch selbst aktiv mitwirken, indem wir unseren Teil zu einem guten Betriebsklima in den einzelnen Gruppen beitragen – Offenheit und Toleranz, Respekt und Freundlichkeit sind hier wichtige Eigenschaften.
Eine weitere Hilfe für die LG kann die Förderung der Verfügbarkeit von Wohnraum für Mitarbeiter sein. Hierzu könnte ggf. die Überlassung der von der Stiftung erworbenen Liegenschaft „Wido34“ an die Lebensgemeinschaft dienen.
Eine weitere Fördermöglichkeit besteht in der Beteiligung an Werbeveranstaltungen, die die Attraktivität der Lebensgemeinschaft für Fachkräfte über den Landkreis hinaus bekannt machen.
Neben all diesen Aufgaben sollten wir nicht die traditionellen Förderungen vergessen, also etwa Unterstützung bei Erneuerungsarbeiten in den Häusern oder Finanzierung von Begleitpersonen und Überstunden bei Ausflügen. Ausflüge können wirkliche Highlights für unsere Betreuten sein. Auch Geräte für Therapien und Hilfen zum Erreichen von Therapiezielen (z. B. Tanzaktivitäten, Musiktherapie) fördern sehr die Lebensqualität.
Hier ergänzen sich die Tätigkeiten von Förderkreis und Stiftung. Anregungen aus den Angehörigenversammlungen werden wir wie bisher aufnehmen.
Erweiterungen der Tätigkeit der Stiftung könnten sich aus der Förderung der Umsetzung neuer Erkenntnisse der Behindertenpädagogik ergeben, die auch Ausstrahlungen auf die Ziele und das dem gesellschaftlichen Wandel angepasste Angebot der Werkstätten hätten. Bei solchen Aufgaben können Fördereinrichtungen unterstützend und anregend wirken – müssen aber die Richtlinienkompetenz der Leitung der LG achten.
Mit diesen gemeinsamen Aufgaben ist auch der Kreis des Zusammenwirkens von Förderstiftung, Förderkreis und Stiftung Lebensgemeinschaft geschlossen – einfach dem gesunden Menschenverstand folgen und Achtung vor den Möglichkeiten und Leistungen der jeweils anderen haben. Das wurde im Rahmen der 20-Jahr-Feier der Stifterversammlung am 10. Mai 2025 in der Hoheneiche in Redebeiträgen deutlich.
Text: Jürgen Bereiter-Hahn, Götz-Ulrich Coblenz, Martin Pietraß
In Leichter Sprache
Vor 20 Jahren wurde die Förder-Stiftung gegründet.
Sie wollte die Lebens-Gemeinschaft lange unterstützen.
Vor allem bei großen Projekten.
Die Förder-Stiftung sieht sich als Teil der Lebens-Gemeinschaft.
Alle gehören dazu:
Die Bewohner.
Die Mitarbeiter.
Und die Angehörigen.
Seit Haiko Jakob die Leitung übernommen hat, arbeiten alle noch enger zusammen.
Vier Dinge machen wir zum Beispiel zusammen:
- Die Zeitschrift „Die Glocke“.
- Das neue Haus, das Ginkgo-Haus. Es soll bessere Pflege möglich machen.
- Die Vorstände von Stiftung und Förder-Kreis dürfen bei wichtigen Sitzungen dabei sein.
- Bei schwierigen Situationen helfen sie in sogenannten Konflikt-Konferenzen.
Herr Pietraß hat Pflanz-Paten gesucht.
Das stand in den letzten Ausgaben der Glocke.
Eine weitere Idee:
Die Stiftung besitzt das Haus „Wido34“.
Vielleicht können dort Mitarbeitende wohnen.
Auch bei Werbe-Veranstaltungen kann die Stiftung helfen.
So wird die Lebens-Gemeinschaft bekannter.
Das ist wichtig, um Fach-Kräfte zu finden.
Auch einfache Dinge bleiben wichtig:
Hilfe bei Renovierungen.
Geld für Begleit-Personen bei Ausflügen.
Geld für Über-Stunden.
Geld für Geräte in der Therapie.
Unterstützung bei Musik, Tanz und Bewegung.
Förder-Kreis, Stiftung und Lebens-Gemeinschaft arbeiten zusammen.
Alle bringen sich ein.
