Zum Auftakt
Vorwort
Zur Grundsteinlegung des Ginkgohauses am 10. Mai 2025
Seit Gründung der Lebensgemeinschaft vor nun mehr als 30 Jahren bestand die Hoffnung, es sei für die Bewohner ein lebenslanger Lebensort. 2017 bot sich nun die Gelegenheit, diesem Ziel ein wenig näher zu kommen: Die Liegenschaft Wickersdorf 34 – in unmittelbarer Nähe zum Areal der Lebensgemeinschaft – stand zum Verkauf.
Udo Wolf, der damalige Leiter der Lebensgemeinschaft, wandte sich an die Förderstiftung, ob es nicht möglich wäre, diese Liegenschaft zu erwerben und der Lebensgemeinschaft für die Errichtung eines Hauses zu überlassen, in dem auch komplexe Pflegemaßnahmen (Maßnahmen der Behandlungspflege) möglich wären. Wenn erst das Gebäude vorhanden wäre, gäbe es gute Möglichkeiten, die weitere Finanzierung zu erreichen. Vorstand und Förderstiftung kamen kurz entschlossen dieser Bitte nach und kauften die Liegenschaft.
Herr Wolf erntete bei verschiedenen zuständigen Organisationen und Ämtern durchaus Zustimmung zu diesem Plan. Eine ernsthafte Umsetzung wurde jedoch erst mit der Übernahme der Leitung durch Herrn Haiko Jakob begonnen, der in Verhandlungen mit dem Landesverwaltungsamt (Herrn Ulrich) und dem Landratsamt (Herrn Thalmann) die Zustimmung für eine wenigstens zeitweise Erweiterung der Lebensgemeinschaft zu erreichen suchte. Das gestaltete sich nun als durchaus schwierig. Die zeitweise Erweiterung ist erforderlich, da wir auch die Zukunft der Lebensgemeinschaft mitbedenken müssen, also die Aufnahme von neuen Bewohnern und die Versorgung pflegebedürftiger, bereits hier lebender Bewohner. Letztlich konnte kurz vor dieser Grundsteinlegung eine Lösung gefunden werden. Dafür danken wir allen Beteiligten.
Die behördlichen Anforderungen hätten auf dem Areal nur mit hohen Kosten erfüllt werden können, so erfolgte eine grundsätzliche Umplanung. Das neue Gebäude mit der Bezeichnung „Ginkgohaus“ wird nun auf dem früheren Parkplatz der Lebensgemeinschaft verwirklicht werden. Die Neuplanung ermöglichte auch eine beträchtliche Senkung der Kosten.
In zahlreichen Verhandlungen konnten Herr Jakob und Frau Grau die Akzeptanz des Projektes durch das Landratsamt und das Landesverwaltungsamt erreichen.
Für die Finanzierung stehen Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau, ein Darlehen aus dem Bundesfamilienministerium sowie die großartigen Spenden der Angehörigen der Bewohner für den Bau zur Verfügung. Anträge in Höhe von fast 1 Mio. Euro wurden bei verschiedenen Stiftungen auf den Weg gebracht, sind aber noch nicht entschieden. Die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen.
Neben der Baumaßnahme müssen noch Rahmenbedingungen für den Betrieb mit den Kostenträgern abgestimmt, also geklärt werden. Die Einbeziehung von Pflegeversicherungsleistungen und Eingliederungshilfe ist bei der derzeitigen Gesetzeslage hierfür eine zentrale Herausforderung. Wichtige Hinweise kamen aus dem Thüringer Sozialministerium bei einem Besuch von Frau Ministerin Werner in der Lebensgemeinschaft. Welche Hilfeleistungen in dem neuen Gebäude letztlich angeboten werden können, hängt neben den gesetzlichen Vorgaben auch sehr von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab. Die baulichen Voraussetzungen für viele Pflegemaßnahmen wollen wir jedenfalls mit diesem Neubau schaffen.
Dank an alle, die das Projekt unterstützt haben und noch fördern.
Text: Jürgen Bereiter-Hahn
In Leichter Sprache
Ein neues Haus für die Pflege
Die Lebens-Gemeinschaft gibt es seit über 30 Jahren.
Die Menschen in der Lebens-Gemeinschaft wünschen sich:
Hier wollen wir für immer leben.
Im Jahr 2017 gab es eine große Chance:
Ein Haus ganz in der Nähe wurde verkauft.
Die Adresse ist: Wickersdorf 34.
Herr Wolf war damals der Chef der Lebens-Gemeinschaft.
Er fragte bei der Förder-Stiftung:
Könnt ihr das Haus kaufen?
Dann könnten wir dort ein Pflege-Haus bauen.
Dort sollen auch schwierige Pflege-Arbeiten möglich sein.
Die Förder-Stiftung fand die Idee gut.
Sie kaufte das Haus.
Herr Wolf sprach mit wichtigen Ämtern.
Die fanden die Idee gut.
Aber: Es passierte lange nichts.
Erst als Herr Jakob der neue Chef wurde, ging es voran.
Er sprach mit dem Landes-Verwaltungs-Amt und dem Landrats-Amt.
Er wollte: Die Lebens-Gemeinschaft soll größer werden.
So könnten neue Bewohner kommen.
Und alte Bewohner könnten Pflege bekommen.
Das war nicht leicht.
Aber kurz vor dem ersten Bau-Schritt gab es eine Lösung.
Dafür sagen wir Danke an alle.
Das Ginkgo-Haus
Es war sehr teuer, das neue Haus auf dem alten Gelände zu bauen.
Deshalb wurde umgeplant.
Jetzt entsteht das neue Haus auf dem alten Park-Platz.
Das neue Haus heißt: Ginkgo-Haus.
Die neue Planung spart viel Geld.
Herr Jakob und Frau Grau redeten mit vielen Ämtern.
Jetzt finden die Ämter das Projekt gut.
Für das Geld gibt es viele Quellen:
- Ein Kredit von der KfW-Bank
- Geld vom Bundes-Familien-Ministerium
- Viele Spenden von den Familien der Bewohner
Außerdem wurden neue Anträge für Geld gestellt.
Das sind fast 1 Million Euro.
Das Haus soll im Jahr 2027 fertig sein.
Auch nach dem Bau muss noch viel geklärt werden:
Wer bezahlt die Pflege?
Was zahlt die Pflege-Versicherung?
Was zahlt das Amt für Eingliederungs-Hilfe?
Diese Fragen sind schwer.
Das Gesetz ist kompliziert.
Frau Ministerin Werner vom Sozial-Ministerium war zu Besuch.
Sie hatte gute Tipps.
Wir wollen: Das neue Haus soll gut für die Pflege sein.
Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer.
